Hohe Höhen und tiefe Täler – Drei Zinnen und Rienztal, Tag 6

Nach dem wenigen Schlaf in der letzten Nacht habe ich heute geschlafen wie ein Stein. Ich lasse es am Morgen etwas ruhiger angehen. Die Wetteraussichten für heute sind nicht besonders toll – ich muss erst Mal überlegen, wohin die Wanderung heute geht.

Ich entschließe mich für eher wenige Höhenmeter aufwärts, dafür mehr Höhenmeter abwärts. Es gibt noch 1-2 Täler rings um die Drei Zinnen, die ich gerne etwas näher erkunden würde. 

Ich fahre also per Bus hoch zur Auronzohütte. 

Mir ist aufgefallen, dass die Busse bisher nur moderat gefüllt waren. Das ist im August völlig anders. Da musste ich schon die knappe Stunde Fahrzeit im Stehen verbringen. Bei den wilden Passstraßen ist das kein Vergnügen.

Bei etwas bedecktem Himmel steige ich an der Auronzohütte unterhalb der Drei Zinnen aus. Statt wie die übrigen Touristen auf die Wanderautobahn abzubiegen wandere ich im Uhrzeigersinn in Richtung Forcella Col di Mezzo auf 2.324 m Höhe.

Ich komme an einer ganzen Steinmandelherde vorbei zwischen denen ziemlich unbeeindruckt von mir eine ganze Murmeltierfamilie ihre Runden dreht. 

Ich erreiche Forcella Col die Mezzo und habe von dort einen tollen Blick hinüber zum Monte Piana/Monte Piano.

Über einen ebenen Weg quere ich das Schuttkarr der Drei Zinnen – die Tiefblicke sind hier nicht ohne, wenn man darauf etwas allergisch reagiert. 

Am Ende dieser Querung bietet sich ein Blick direkt in die Drei-Zinnen Nordwände und das darunterliegende Schuttfeld. Auch die Dreizinnenhütte, Paternkofel, Sextenstein umd Toblinger Knoten sind von hier bestens zu sehen.

Dieser Weg gehört übrigens zur Zinnenumrundung und ist einer der beliebtesten Wanderwege der Alpen. Das liegt an den beeindrucken Ein- und Aussichten, aber auch daran, dass er so leicht erreichbar ist.

Ich wandere nun über die Lange Alm, in Richtung selbiger Hütte.

Die mit einer beeindruckenden Aussicht ausgestattete Langealmhütte bietet köstliche Milchprodukte aus eigener vor Ort hergestellter Produktion. Ich gönne mir einen köstlichen Joghurtdrink mit frischen Beeren. Dabei beobachte ich das Treiben in der Nordwand der Westlichen Zinne. Die Wirtin erklärt mir, dass dort eine Seilschaft gerade eine neue Route versucht und immer wieder vor und zurück klettert. Sie werden wohl noch einige Tage dort verbringen, sagt sie. Obwohl ich kein Kletterexperte bin habe ich doch verschiedenes über die Drei Zinnen und die Alpingeschichte gelesen, die hier geschrieben wurde. Unglaublich, dass diese Wände überbaupt durchklettert werden können.
Nach dieser Erfrischung und dem Schauspiel wandere ich nun weiter.

Die Drei Zinnen mit ihren in weiten Teilen senkrechten oder überhängenden Wänden (die Westliche Zinnen hängt etwa 40 Meter über!) sind als freistehender Felsstock beeindruckend bis einschüchternd. Man kann die Dimensionen eigentlich erst wirklich begreifen, wenn man sie mal leibhaftig gesehen hat. Zur Verdeutlichung: die Große Zinne ragt über ihren Schuttrand gut 500 Meter nach oben!

Glücklicherweise bewege ich mich in einfacherem Gelände als dies die Bergsteiger tun. 

Es geht nun steil bergab auf den Rienzboden. Der Pfad ist so steil, dass teilweise nur seitwärts gegangen werden kann. 

Ich quere die Hochebene bis zur gegenüberliegenden Seite. Von hier führt ein Pfad in das Rienztal. Die ersten Höhenmeter erfordern etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Angenehm ist der Weg nicht gerade.


Ich greife erst wieder zur Kamera, als das heftigste überstanden ist. Es geht entlang eines Bachbettes stetig talauswärts.


Inmitten des Bachbettes lege ich eine kleine Pause ein. Es ist drückend schwül und ich bin vom Abwärtsgehen reichlich geschlaucht. Das Tal zieht zich ewig lange dahin. Gerade wenn ich denke der Ausgang ist erreicht, geht es in einer neuen Schleife durch das Tal.

Etwas gestärkt nehme ich den letzten Abschnitt unter die Wanderstiefel. Das Tal wird breiter und ich erreiche den Dreizinnenblick im Höhlensteintal. Hier wird sogar etwas Architektur geboten – in Form eines Dreizinnen Infopunktes.


Ich stärke mich noch kurz im Hotel Dreizinnenblick und erwische dann rechtzeitig den Bus zurück. 

Ich bin reichlich erledigt. Der Abstieg war anstrengend und zäh. 

Mal schauen, wo es mich morgen hinführt… Eine Idee hätte ich da schon.

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