Bekannte Pfade und Talschluß – Büllelejoch und Fischleintal, Tag 9

Nach einem etwas ruhigeren Tag mit dem Besuch des Monte Piana/Monte Piano darf es heute wieder etwas mehr sein.

Es gibt ja einige schöne Talabgstiege von den Sextner Dolomiten – zwei habe ich in diesem Urlaub ja schon absolviert. Der wohl schönste und spektakulärste fehlt allerdings noch – über das Bacherntal.

Da ich keine große Lust habe das Schuttfeld unter dem Paternkofel zu kreuzen und auch den Aufstieg über die Nordseite zum Büllelejoch etwas scheue, starte ich heute wieder an der Auronzohütte. 

Wie bereits während der Paternkofelrunde folge ich der Wanderautobahn bis zur Lavaredohütte. Hier trinke ich einen erstaunlich schlechten Capuccino – der war mir von den letzten Besuchen als deutlich besser in Erinnerung.

Wie gehabt zweige ich hinter der Lavaredo Hütte nach rechts ab in das Pian di Cengia. 

Ganz gleich wie oft ich diesen Weg nun schon gelaufen bin, immer wieder ist er in seiner Stille und in seinem umgebenden Panorama einfach großartig. 

Das Wetter scheint heute etwas schwierig. Zwar ist es sonnig, zwischendrin gibt es aber auch einige dicke Wolken. Laut Wetterbereicht soll es am frühen Nachmittag Gewitter geben – das ist in den Bergen ja nichts außergewöhnliches.

Ich erreiche die Büllelejochhütte. Sie ist einfach zu schön, als dass ich an ihr vorbeigehen könnte. Also kehre ich trotz der schlechten Wetteraussichten wenigstens kurz ein. „Ah, bis wida do! Gefälld dir bei uns?“ so oder so ähnlich begrüßt mich die Kellnerin. Ich bin beeindruckt. Trotz des Trubels hier oben kann sie sich tatsächlich an mich und meinen Besuch in der letzten Woche erinnern. Das nenne ich mal aufmerksam!

Es geht nun weiter über einen ehemaligen Kriegsteig, eine in den Fels gehauene Galerie. Zum Teil etwas ausgesetzt, aber nicht weiter dramatisch.

Auch hier wo man hinschaut die Spuren des Krieges. Durchbohrte Felsen, Steige und Löcher im Berg. 

Langsam zieht es zu, sodass mein Schritt etwas schneller wird.

Schon aus der Ferne ist der mächtige 3.094 m Hohe Zwölferkofel zu sehen. 

Der Zwölferkofel steht am Ende des Bacherntals als mächtiger, zerklüfteter Klotz. In atemberaubender Lage unterhalb steht die Zsigmondy-Comici-Hütte auf 2.224 m Höhe.

Kaum bin ich ander Hütte vorüber, fallen die ersten Tropfen vom Himmel. Noch halte ich Stand. Erst als die Tropfen mehr werden packe ich Regenjacke und Rucksackabdeckung aus. Der Abstieg ist an manchen Stellen doch kniffelig, der nasse Fels macht ihn nicht einfacher. Ich komme an einer Gruppe Senioren vorbei, um die ich mir doch etwas Sorgen mache. Mit nicht dem besten Schuhwerk und ohne Stöcke ist der Abstieg nicht ohne. Eine Dame bewegt sich beinahe auf allen Vieren. 

Unterwegs bieten sich tolle Blicke auf den Zwölfer und die nebenanstehende Felsnase Hohe Leist (2.413 m).

Der Regen lässt zum Glück wieder nach, sodass ich mich aus der Regenjacke schäle. Schon bald ist talauswärts der Karnische Kamm mit dem Helm zu sehen.


Der Abstieg ist schon anstrengend. Ich spüre meine Knie und sehr froh, als im Tal bereits die Talschlusshütte auftaucht.

 

Mit etwas weichen Knien erreiche ich den Talboden. Es geht noch ein Stück durch den Wald, bevor die Talschlusshütte erreicht ist. Hier kehre ich ein – schließlich habe ich einen Bärenhunger. 

Ich war schon oft hier. Die Lage ist einfach brilliant und der Blick auf die umliegenden Gipfel. Nebenbei ist auch das Essen sehr gut! 

Ich verabschiede mich von der lieblichen Talschlusshütte und wandere talauswärts weiter. Immer wieder geht der Blick zurück auf die umliegenden Berge.


Ich erreiche das Hotel Dolomitenhof, welches einst Sepp Innerkofler, DIE Sextner Bergsteigerlegende, von seinen Erträgen als Bergführer erbaute. Von hier fahre ich per Bus noch zwei Stationen bis zu meinem Domiziel in Moos.

Ein schöner und anstrengender Wandertag geht zu Ende. Das Wetter hat doch halbwegs gehalten.  

Erschöpft und glücklich bin ich zurück am Kramerhof.

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